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Das Co­ro­na­vi­rus hat die Welt, wie wir sie ken­nen, auf den Kopf ge­stellt. Die Neu­ig­kei­ten zu die­sem The­ma sind schon wie­der alt. Neu ist, dass wir uns un­ab­hän­gig von In­sti­tu­tio­nen ha­ben auf An­ti­kör­per tes­ten las­sen, mit dem Er­geb­nis, dass auch sehr ho­he An­fangs­wer­te in­ner­halb ei­nes hal­b­en Jah­res kom­plett ver­schwin­den kön­nen. Das wür­de be­deu­ten: Al­le hal­be Jah­re imp­fen ...

Ski­ur­laub in der Sai­son 20/21

Ich bin heil zu­rück aus Zer­matt. Der An­ti­gen-Schnell­test ist er­war­tungs­ge­mäß ne­ga­tiv aus­ge­fal­len, die Qua­ran­tä­ne ist be­en­det, und das Schrei­ben mei­nes Freun­des, des Po­li­zei­prä­si­den­ten von Rhein­land-Pfalz, ha­be ich mit 20 Euro be­ant­wor­tet. Er ist ein treu­er Freund, der nach mir schaut, selbst in ei­ner Nacht, in der ich 140 km weit fah­re, be­vor das ers­te Au­to den mit 120 km/h da­hin­schlei­chen­den VW-Bus über­holt.

Ich schaue zu­rück auf ei­nen der spek­ta­ku­lärs­ten Ski­ur­lau­be al­ler Zei­ten, ge­prägt von sehr tie­fen Tem­pe­ra­tu­ren und gu­tem aber auch stump­fem Schnee. Dass man ei­nes Ta­ges Druck­stel­len nicht an den Fü­ßen son­dern hin­ter den Ohren ha­ben wür­de, vom Auf und Ab der Mas­ken, hät­te man sich vor zwei Jah­ren noch nicht träu­men las­sen.

Am Frühstückstisch Ausgestattet mit ei­nem auch nach elf Mo­na­ten noch üp­pi­gen IgG-Wert von 4,6 U/ml (ab 1,0 U/ml gilt man als im­mun) ma­che ich mich am frü­hen Mor­gen des 5. März al­lein auf den Weg. Ich par­ke preis­wert bei Ta­xi Fre­dy in Täsch und woh­ne sehr zen­tral im Haus FIS na­he der Gor­ner­grat­bahn. Das Zim­mer ist klein aber güns­tig mit ei­nem en­gen Zu­gang zu ei­nem an­sons­ten mo­der­nen, vor al­lem ei­ge­nen Bad. Ich le­be zwei Wo­chen von Müs­li, Tro­cken­fut­ter (Voll­korn­brot) und Rot­wein und nut­ze das sehr schnel­le WLAN für die Vi­deo­ver­bin­dung nach Hau­se. Zu­dem ha­be ich mit Frau Eg­gen-Per­ren ei­ne sehr an­ge­neh­me Gast­ge­be­rin.

Von den Ski­ge­bie­ten, die wir re­gel­mä­ßig be­rei­sen, bie­tet nur die Schweiz in der Sai­son 20/21 Ski fah­ren oh­ne Qua­ran­tä­ne und Test bei der Ein­rei­se an. Nach ei­ner Wo­che stel­len die Berg­bah­nen auf den Früh­lings­fahr­plan um, was er­klärt, warum ich in der ers­ten Wo­che nicht über 18.400 Hö­hen­me­ter hin­aus kom­me. Am En­de der zwei­ten Wo­che samm­le ich an drei Ta­gen 60.000 Hö­hen­me­ter ein, da­bei fah­re ich je­den Tag fast al­le Pis­ten ein­mal ab und er­rei­che am 19. März ei­ne Stre­cken­län­ge von 111 km, mit GPS ver­mes­sen und feh­ler­be­rei­nigt. Nach 15 Ta­gen ist der Durch­schnitt trotz zwei­er Neu­schnee­ta­ge, dem Ab­fah­ren al­ler Ski­rou­ten und der Halb­ta­ges­kar­te zu Be­ginn auf 16.300 ge­stie­gen. Die­sen Wert am letz­ten Tag um 600 zu er­hö­hen ist nicht so ein­fach!

Skiline-Höhenmetergrafik Am 20. März, dem 16. und letz­ten Tag die­ser denk­wür­di­gen Rei­se, er­in­ne­re ich mich dar­an, dass Hö­hen­me­ter­re­kor­de in Zer­matt auf der Rif­fel­berg­bahn ge­fah­ren wer­den. Nach 29 Berg­fahr­ten ha­be ich die Grund­la­gen da­für ge­schaf­fen, die Füh­ren­den in der Dis­zi­plin «Hö­hen­me­ter an ei­nem Tag» ab­zu­lö­sen. Da­bei fah­re ich oh­ne je­de Hek­tik, zwar sehr zü­gig aber oh­ne zu ra­sen, neh­me die Um­fah­rung an Rif­fel­alp, wenn das Schuss­stück über­lau­fen ist, und un­ter­las­se (fast) al­le kri­ti­schen Ma­nö­ver, au­ßer die, bei de­nen der Si­cher­heits­ab­stand von je­nen voll aus­ge­schöpft wird, für die ich ihn ein­ge­rich­tet hat­te. Zu­dem neh­me ich mir die Zeit, den Tag mit ei­nem Sel­fie zu be­gin­nen, auch wenn mich das Er­geb­nis eher an R2-D2 er­in­nert.

Der Autor und seine Ski Dass ich bei solch ge­müt­li­cher Fahrt über­haupt so weit kom­me, ver­dan­ke ich den Ein­schrän­kun­gen auf­grund der Co­ro­na­maß­nah­men. Die 2/3 Be­le­gung der Ka­bi­nen er­for­dert ei­ne schnel­le­re Fahrt zum Ab­trans­port der Gäs­te und er­laubt an­de­rer­seits 5 Per­so­nen in der 8er-Kabi­ne, was ich als Ein­zel­fah­rer zu nut­zen weiß. Zeit­wei­se lau­fen die Gon­deln mit 20 km/h, der Höchst­ge­schwin­dig­keit. Die Rif­fel­berg­bahn fährt das Er­geb­nis al­so fast oh­ne mein Zu­tun her­aus. Und die drän­gends­te Fra­ge muss ich auch noch be­ant­wor­ten: Mei­ne Ski an je­nem Tag sind von Good Schi, Aus­füh­rung belua, de­ren Kan­ten prak­tisch kom­plett her­un­ter­ge­fah­ren sind, da­für aber, an­ders als Ehe­frau­en, je­de Men­ge Feh­ler ver­zei­hen.

An die­sem Sams­tag über­neh­me ich nicht nur die Füh­rung im Klas­se­ment der Ta­ges­hö­hen­me­ter. Zu­gleich schla­ge ich haus­hoch Sven Pis­tor im Bun­des­liga-Tipp­spiel «Al­le ge­gen Pis­tor».

Zwar wird sich 14 Ta­ge spä­ter zei­gen, dass 26.100 Hö­hen­me­ter nicht aus­rei­chen, um die Spit­ze bis zum Sai­son­en­de zu ver­tei­di­gen, aber ich er­freue mich erst ein­mal an die­sem Zwi­schen­stand. Ich er­ach­te auch Platz 2 als eh­ren­haft, zu­mal der Sie­ger ein so großes Pen­sum fährt, dass ich ihm auf­rich­tig gön­ne, mich über­holt zu ha­ben. In mei­ner Al­ters­klas­se (56+) ha­be ich ei­nen Ab­stand von mehr als 3.000 Hö­hen­me­tern auf den Zwei­ten.

Die ge­fah­re­ne Stre­cke von 140 km (nicht 270 km!) ist da eher ei­ne Rand­no­tiz, wenn auch, ganz klar, ein wei­te­rer per­sön­li­cher Re­kord. Är­ger­lich ist, dass die Berg­bah­nen ih­re Kun­den ab­sicht­lich be­lü­gen und, ich zi­tie­re aus ei­ner Ant­wort auf mei­ne An­fra­ge, «al­le Pis­ten im Gor­ner­grat­ge­biet mit ei­ner durch­schnitt­li­chen Län­ge von 8,3 km» an Ski­line ab­ge­ge­ben wer­den, kein Witz, ob­gleich die Ab­fahrt an der Rif­fel­berg­bahn mit 4 km be­reits ei­ne der längs­ten im Ge­biet ist: «Da­ran wol­len wir auch nichts än­dern.»

Die­se Vor­ge­hens­wei­se ist ein Schlag ins Ge­sicht all je­ner, die bei Wind und Wet­ter am Rot­horn fah­ren und dort selbst an ei­nem Tag mit «Schnee aus ho­hen Wol­ken» auf 16.000 Hö­hen­me­ter kom­men. Die da­für von Ski­line aus­ge­wie­se­nen 86 km wei­chen von mei­nen Mes­sun­gen nur um 2 km ab.

Die im Ski­ge­biet ge­trof­fe­nen Maß­nah­men ge­gen ei­ne In­fek­ti­on mö­gen aus­rei­chend er­schei­nen, die Um­set­zung lässt aber man­gels Dis­zi­plin zu wün­schen üb­rig. Ob es reicht, die Berg­bah­nen mit ei­nem Mund­schutz zu be­nut­zen, will ich nicht be­ur­tei­len. Si­cher ist es klug, die Fens­ter ge­öff­net zu hal­ten, aber was hilft das, wenn mehr als die Hälf­te der Nut­zer Schals statt Mas­ken tra­gen, durch die das Vi­rus nur so hin­durch bläst, und die Fens­ter mit der Be­mer­kung: «Es zieht!» wie­der ge­schlos­sen wer­den. Zu­dem tra­gen ei­ni­ge Pro­tago­nis­ten Mas­ken, die als At­trap­pen vor­ge­se­hen sind: Die Na­se ist oben be­deckt und nach un­ten frei, die Mund­par­tie ist von zahl­rei­chen Lö­chern um­ge­ben. Weist man die Per­son dar­auf hin, be­kommt man dum­me Kom­men­ta­re zu hö­ren. Der Schwei­zer an­sich lässt sich nicht ger­ne kri­ti­sie­ren. Weist man das Lift­per­so­nal dar­auf hin, heißt es: «Da­mit ha­ben wir nichts zu tun!»

Dass man die Luft­seil­bah­nen nur zu 2/3 füllt, führt zu et­was Ent­span­nung, sie sind ge­fühlt aber im­mer noch sehr voll. Die Dach­lu­ken, die ver­mut­lich am wir­kungs­volls­ten für Be­lüf­tung sor­gen, wa­ren bei mei­nen Fahr­ten stets ge­schlos­sen. Da ist es äu­ßerst hilf­reich zu wis­sen, dass man ge­gen die Stan­dard­va­ri­an­te und die bri­ti­sche im­mun ist. De­fi­ni­tiv ver­schwun­den ist nur das Ge­drän­ge der ver­gan­ge­nen Jah­re beim An­ste­hen an den Bah­nen. Aber am Wo­che­n­en­de bil­den sich im Ort be­reits wie­der Grup­pen, die an den Après-Ski von frü­her er­in­nern.

Im­mer­hin hört man nichts von si­gni­fi­kant an­ge­stie­ge­nen In­fek­ti­ons­zah­len, so­dass man sich ernst­haft die Fra­ge stel­len muss, warum in an­de­ren Län­dern das Ski­fah­ren so nicht funk­tio­niert. Und da­mit soll­te auch das un­se­li­ge Be­her­ber­gungs­ver­bot kri­tisch hin­ter­fragt wer­den.

Mein Al­ter Ego, Adal­bert Q., hat­te ei­nen echt kras­sen Feh­ler von Ski­line im Ski­ge­biet Zer­matt do­ku­men­tiert, das Pa­ra­do­xon an Schwarz­see, so­wie al­le re­le­van­ten Pis­ten­län­gen (Stand März 2021) in den Teil­ge­bie­ten Rot­horn, Gor­ner­grat und Mat­ter­horn. Genau ge­nom­men wer­den hier Ab­fahr­ten ge­lis­tet, al­so die Fahr­stre­cke zwi­schen zwei Lift­sta­tio­nen, in al­len Kom­bi­na­tio­nen.

Lei­der hat Adis Auf­ent­halt in Zer­matt noch wei­te­re, teil­wei­se ab­sur­de Feh­ler zu Ta­ge ge­för­dert, bei de­nen es sich um ein ekla­tan­tes Ver­sa­gen der Qua­li­täts­si­che­rung der Zer­matt Berg­bah­nen AG han­delt. So wird z. B. der Ein­stieg an der Mit­tel­sta­ti­on der neu­en Kum­me­bahn, die dem Rot­horn­ge­biet un­be­strit­ten gut tut, auch wenn sich Adi an Tal- und Mit­tel­sta­ti­on un­be­dingt ei­nen eben­er­di­gen Ein­stieg ge­wünscht hät­te, von Ski­line kom­plett un­ter­schla­gen und pas­siert man an Rif­fel­alp den Bahn­hof oh­ne in den Zug zu stei­gen, er­hält man ei­ne Berg­fahrt bis Rif­fel­berg gut­ge­schrie­ben. Ski­line, de­ren Kun­de die ZBAG ist, und die ZBAG zu ei­ner Be­rich­ti­gung zu be­we­gen, ist ähn­lich aus­sichts­reich, wie «mehr De­mo­kra­tie wa­gen!» mit Pu­tin. Seit zwei Jah­ren wird Adi von der ZBAG mit Zu­sa­gen ver­trös­tet. Be­rich­ti­gun­gen, die auf Ski­line sicht­bar wä­ren, wie die kor­rek­te An­ga­be der Pis­ten­län­gen am Gor­ner­grat und die Kor­rek­tur des Pa­ra­do­x­ons an Schwarz­see, gibt es al­ler­dings noch nicht. Ei­ni­ge Feh­ler schei­nen mit der Über­mitt­lung der Da­ten zu tun zu ha­ben. Die­se Be­rich­ti­gun­gen wird Adi erst bei ei­nem wei­te­ren Be­such ve­ri­fi­zie­ren kön­nen.

Was uns sonst noch so be­wegt

Die Rad­tour­ver­an­stal­tung Tal To­tal war aber schon vor dem Auftau­chen des Co­ro­na­vi­rus aus­ge­setzt wor­den mit der Be­grün­dung, dass sie ein Rein­fall ge­we­sen sei. Und tat­säch­lich war das Tal bei 39°C im Schat­ten to­tal leer! Ver­mut­lich hat­te man sich je­doch schon vor­her ge­dank­lich da­von ver­ab­schie­det, denn so schlecht be­treut wie am 30. Ju­ni 2019 hat­te ich Tal To­tal noch nicht ge­se­hen.

Ich hat­te die Sei­te zur Über­ar­bei­tung vom Netz ge­nom­men. Fast al­le Ab­schnit­te sind be­reits wie­der on­line, nur «jet Je­döns» ist noch in Ar­beit. Nach lan­ger Zeit war ei­ne Prü­fung auf Ak­tua­li­tät fäl­lig.

À pro­pos Ak­tua­li­tät: Bei der Durch­sicht der Ski­sei­ten und ei­nem Blick auf un­se­re Ver­mes­sung von Les 2 Al­pes, die auf das Jahr 2013 zu­rück­geht, stell­te ich ver­wun­dert fest, dass die GPS-Daten ei­ne klei­ne Sen­sa­ti­on ber­gen: Die längs­te Ab­fahrt der Al­pen. Die längs­te Pis­te der Al­pen bleibt un­an­ge­foch­ten die les Cas­ca­des (dt. "die Was­ser­fäl­le") im Ski­ge­biet Flaine/Sixt (Grand Mas­sif).

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Highlights

Radtour zum Nordkapp, 1984.

Heliskiing am Monte Rosa, Vallée Blanche 2012 und 2013, Glüna Plaina, St. Moritz 2010.